Was jeder Reiter mal gemacht haben sollte

Was jeder Reiter mal gemacht haben sollte

Allgemein

Heute bringe ich euch die ultimative To-Do Liste mit, denn ich finde, es gibt Dinge, die ein Reiter mal gemacht haben sollte. Mir ist natürlich klar, dass nicht jeder diese Liste vollständig abhaken wird, oder ihr zustimmen muss. Dennoch hilft sie enorm, wenn man sich mal vor Augen führt, wogegen Reiter ständig sind – und dabei haben sie es nie gemacht. Deswegen habe ich hier einmal eine unvollständige Liste an Dingen, die ich enorm wichtig finde, mal gemacht zu haben. Auch, um vielleicht am Ende nur zu sehen: Das ist Quatsch, das brauch ich nicht.

1. Ein Turnier geritten sein
Man kann nicht gegen’s Turnierreiten sein, wenn man es noch nie gemacht hat und keine besucht. Deswegen: Einfach mal machen. Allein schon, weil es auch eine nette Überprüfung des reiterlichen Könnens von einem Unbeteiligten ist. Nützt ja nix, wenn euch eure Reitlehrerin immer sagt, wie geil ihr seid und am Ende könnt ihr nicht mal ne E-Dressur mitreiten, obwohl das schon die Grundlagen sind, um ein Pferd gesunderhaltend zu reiten.

2. Eine Springstunde mitgemacht haben
Denn springen ist gesund. Es ist Gymnastik, es gibt Muckis, es macht Ausdauer und es schult das reiterliche Körpergefühl enorm. Ihr müsst da jetzt keinen aufwändigen Riesenparcours springen, aber eben auch nicht nur das Cavaletti. Und wer Angst hat – das muss man ja nun auch nicht jede Woche machen. Hin und wieder mal tut das ganz gut. Und wenn nicht: Dann lässt mans halt. Aber etwas zu lassen, wenn man es noch nie gemacht hat, ist ja Quatsch.

3. Ein anderes Pferd als sein eigenes reiten, nachdem er es bereits besitzt
Denn vorher gilt nicht. Das tut ja jeder. So gut wie niemand reitet nur ein Pferd in seinem Leben. Aber es ist auch sehr wichtig hin und wieder mal auf einem anderen Pferd zu reiten. Um sich selbst zu überprüfen. Nützt ja nichts, wenn man mit seinem eigenen Pferd zwar nett eingespielt ist, aber man vielleicht zusammen Sachen falsch macht (die dann richtig werden). Deswegen sind Reitstunden auf Schulpferden, selbst wenn man ein eigenes Pferd hat, wahrlich keine Schande.

4. Ein Pferd aus einer anderen Reitweise geritten/ gefahren haben
Ob reiten oder fahren – ganz egal. Die Erweiterung des Horizonts ist etwas Tolles und jeder Reiter sollte die Chance ergreifen. Rennpferde, Fahrpferde, Westernpferde, Dressurpferde – ganz egal. Aber angucken sollte man es sich. Schon, weil man manchmal ganz neue Impulse mitnehmen kann, um zu Hause besser mit dem eigenen Pferd voranzukommen. Ja, man kann auch was vom Fahren mitnehmen, wenn man eigentlich reitet. Man muss es nur wollen.

5. Bei der Ausbildung eines Jungpferds dabeigewesen sein
Das lohnt sich. Das muss nicht jeder selber tun, um Gottes Willen. Aber zugucken ist auch gut. Denn es ist doch spannend zu sehen, wie aus dem unbeholfenen Jungspund ein richtiges Reit oder Fahrpferd wird. Ich für meinen Teil finde das spannend, habe das allerdings auch schon selber mehrmals durch. Trotzdem hilft das Verständnis, das man dadurch erhält, immer wieder beim stinknormalen Zausel, vor allem, wenn man mal ein paar Schritte zurückgehen muss in der Ausbildung. Außerdem schult es den Blick für Motorik und Balance des Pferdes enorm.

6. Zum Pferderennen gehen
Ihr wollt wissen, wo euer Edelblut herkommt? Dann geht auf die Rennbahn und guckt euch die Pferde an. Vielleicht habt ihr dann auch mehr Verständnis für manche Marotten und Eigenheiten, sobald da Blut mit ins Spiel kommt. Außerdem sollte sowieso jeder Mal hin, um sich selbst ein Bild zu machen, denn das, was die Allgemeinheit hat ist schlecht und wenn man die Leute fragt, wieso, dann waren die zwar noch nie auf der Rennbahn, aber das schnappt man eben in sozialen Medien auf.

7. Sich mit dem Faktor Zucht beschäftigen
Woher kommen Farben, wie funktioniert das mit der Genetik, welches Exterieur paare ich mit welchen Exterieurfehlern um sie auszugleichen? Das ist nicht nur spannend, es ist auch wichtig, um Pferdezucht zu verstehen. Okay, ihr könnt natürlich auch weiter irgendeinen Hengst über eure Stute rutschen lassen, weil der Eier hat und das seine einzige Zuchtqualifikation ist.

8. Eine Weiterbildung besuchen
Das ist wichtig. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Denn es gibt tolle Lehrgänge und es gibt Unsinn. Ihr solltet mal einen anschauen, bevor ihr sagt: „Alle Lehrgänge sind blöd!“ oder – „Alle Lehrgänge sind super, das MUSS man machen.“ Guckt euch das lieber mal selbst an. Dabei müsst ihr euer Pferd gar nicht mitnehmen. Manchmal reicht auch zuhören. Entweder um zu wissen, dass die Leute da totalen Käse erzählen, oder, um was Wertvolles mitzunehmen. Liegt an euch.

Foto: Herbstwetter macht Pferde müde. Okay, meins zumindest.

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