Pferdekauf … wenn der Betrug dreimal klopft

Pferdekauf … wenn der Betrug dreimal klopft

Allgemein

Es gibt nur eins, das genauso schlimm ist: Autos kaufen. Bei Autos und Pferden wird betrogen als gäbe es kein Morgen mehr. Und beides ist verwerflich: Beim Auto kann jemand verletzt werden, weil das Auto nicht dem Zustand entspricht, in dem es sein sollte. Nicht nur der Fahrer, auch Unbeteiligte können hier betroffen sein. Im schlimmsten Fall tot. Beim Pferd kommt noch hinzu, dass man einem lebenden Tier unnötige Schmerzen verursacht, während sein Reiter zu Schaden kommen kann UND auch noch Unbeteiligte verletzt werden können, weil das Tier sich seines Reiters entledigt oder sonst was.
Beides ist mehr als nur verwerflich. Wir reden ja hier nicht von Schönheitsfehlern. Wenn dem Pferd ein Auge fehlt, sieht das vielleicht nicht supertoll aus, aber das kann ja trotzdem gesund sein und normal gearbeitet werden. Wenn beim Auto der Lack beschädigt ist, ist das vielleicht nicht schön – aber sicher ist es immer noch.

Leider interessiert das die Menschen null. Also wirklich null. Vielleicht auch eher minus sieben. Sie haben kein Problem damit, Menschen, die teilweise mit ihren Kindern auf den Hof kommen, bewusst kranke oder durchgeknallte Pferde anzudrehen. Und zwar so krank, dass es eine Gefahr für den Reiter darstellt. Ganz zu schweigen, dass es ihnen egal ist, ob das Pferd dabei vielleicht noch unnötig Schmerzen erleidet. Eine Spritze hier, ein Medikament da und man sieht ja erst Mal nix. Nur hoffen, dass die neuen Idioten nicht so kritisch sind.
Wir reden hier jetzt nicht von: Das Pferd webt – was man vielleicht mal verschwiegen hat (unehrlich ist das aber auch). Sondern von gravierenden Dingen. Ataxie, Narkolepsie, Kissing Spines, Herzfehler und Co. Kaputte Knochen, kaputte Sehnen … ich habe letztens erst in einer Gruppe gelesen, dass da jemand versucht hat ein Pferd mit Hüftbruch zu verkaufen, der das Pferd angeblich gar nicht beeinträchtigte. Zugegeben wurde der eh erst, als das Pferd mal durchgecheckt wurde. Dass das arme Tier überhaupt noch stehen konnte …

Was muss man für ein Mensch sein, um das zu machen? Wenn ich daran denke, dass jemand wegen mir und meiner Lügen sein Kind auf ein Pferd setzt, das vielleicht einfach stürzen kann – Gott, da wird mir schlecht. Aber Geld tröstet scheinbar über das schlechte Gewissen hinweg und dann ist das legitim.
Natürlich kann ich auch nicht garantieren, dass mein Pferd, sofern ich es verkaufen wollte, eine unerkannte Krankheit hat, die ihn zur Zeitbombe machen könnte. Aber das kann man ja checken lassen. Genauso bei meinem Auto: „Fährt noch, aber ich kann da jetzt den Deckel aufklappen und sagen: Sieht gut aus – habe aber keine Ahnung.“ Ein Profi kann das aber sicher entdecken.
Und auch bei den kleineren Sachen: Warum kann man das nicht sagen? Ich meine, mein Pferd koppt. Würde ich potenziellen Interessenten schon sagen. Ja, natürlich krieg ich dann nicht so viel Geld für ihn. Aber ich möchte ja auch nur einen adäquaten Preis. Ich würde vom Verkauf nicht reich werden wollen (und können).

Es wundert also gar nicht, dass Verkäufer betrügen und es wundert dann erst recht nicht, wenn auch noch die Schlachtpferdemasche durchgezogen wird. Das sind dann vermutlich die Pferde, wo Interessenten dann doch etwas entdeckt haben und man das Pferd nicht mehr so durchgemogelt bekommt. Vielleicht ist man schon negativ bekannt und so. Dann kommen die Anzeigen mit: „Muss bis morgen weg, sonst Schlachter.“ Da fragt dann plötzlich auch keiner mehr, was der Zossen hat – es macht nur TILT im Reiterhirn und man MUSS ein Pferd retten. Am Allerwertesten muss man das übrigens. Niemand ist hier Mutter Theresa. Rettung in allen Ehren, aber dann bitte auch mit Verstand. Nicht nur mit leerer Hülle, denn Herz kann es nicht sein, ein krankes Pferd sinnlos am Leben zu erhalten, was mit dem Tod besser bedient wäre. Und unterstützen sollte man solche Dinge sowieso nicht.

Foto: Ich fress dir!

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