Pferde merken sich ja die blödesten Sachen

Pferde merken sich ja die blödesten Sachen

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Kennt ihr das auch? Euer Pferd kann sich eine Lektion ums Verrecken nicht merken (oder will das nicht), kann aber schon riechen, wenn ihr mit einer originalverpackten und versteckten Wurmkur um die Ecke kommt? Willkommen zu einer Runde: Pferde sind komische Kreaturen. Heute mit dabei: Wurmkurschnüffler, Tierarzterkenner, Kindermobber, offene Türenfinder und anderes Pferdegesocks, dass sich statt fliegender Wechsel lieber andere Sachen gemerkt hat! Yay! Ist das nicht toll? Wichtige Hirnkapazität wird für dumme Sachen verwendet.

Die Wurmkur ist unbestritten das Highlight dieser Dinge. Kaum ein Pferd mag sie, manche treiben damit einen regelrechten Affentanz. Aber schon vorher. Wenn die Dinger noch verpackt sind. Und im Auto liegen. Woher wissen die, wenn sie es gar nicht sehen, dass gleich Wurmkurzeit ist? Manche Kandidaten kriegt man dann nicht mal mehr am Halfter gepackt (unser Senior zum Beispiel. Warst du nicht schnell genug, hat er dich falschrum gecuttet – mit dem Hintern. Und zwar sowas von drastisch). Das Pony kriegst du noch, aber der macht schon, bevor du die Wurmkur hervorgeholt hast, Leckbewegungen um die Pampe wieder loszuwerden. Und dann ist da noch mein Pferd. Der ist zum Glück doof und weiß es erst, wenn du ihm die Spritze zeigst, aber dann ist er schon so: „Ne, Hilfe, was soll das?“

Andere erkennen den Tierarzt. Auf tausend Kilometer in zivil. Selbst wenn es eine Praxis ist und gar nicht immer derselbe ist. Und normalerweise ist das Pferd lieb zu Fremden. Der Tierarzt braucht aber nur um die Ecke kommen, selbst wenn er vollkommen unbekannt ist und BOING – da hängt das Pferd und versucht sich aufzuknüpfen. Oder ihn direkt zu töten. Wie machen die das? Und können die nicht künftig vor Erdbeben, Stürmen, oder anderen Naturkatastrophen warnen, statt ausgerechnet dem Tierarzt, der einem helfen will, das Leben schwer zu machen? Als Besitzer ist das immer besonders unangenehm.
Und ist es immer derselbe, erkennen sie den sowieso schon am Auto und sind weder aus der Box zu kriegen, noch von der Weide zu holen (wo sie quasi am anderen Ende hinter einem Baum versteckt stehen).

Andere riechen, ohne zu testen, wenn eine Tür nicht zu ist. Ein Weidetor noch nicht ganz geschlossen, oder ein Stromzaun gerade aus ist, weil Arbeiten daran gemacht werden. Jeder kennt es. Man will sein Pferd von der Weide holen. Weit und breit kein anderes Pferd in Sicht. Man macht das Tür auf und FLUTSCH – steht da ein anderer Gaul draußen und grinst noch blöd. Und du hast keine Ahnung, woher der jetzt gemerkt hat, dass du das Tor aufmachst.
Wiederum bei anderen darfst du die Tür nicht nur noch mal kurz anlehnen, während du mal eben dich umdrehst, die sind dann weg. Also echt weit weg. Neuss INNENSTADT WEIT WEG. Fragt meine Arbeitskollegen …

Die nächsten wissen, dass Kinder klein sind. Und nicht so fies und gemein und reaktionsschnell wie Erwachsene. Das ist immer dann blöd, wenn ein Kind mal eben mit einem Pferd irgendwo steht, es reiten, satteln, oder sonstwas soll. Während das Pferd also mit einem Erwachsenen seine Runden dreht, tut es mit einem Kind gar nichts. Ist ja klein. Was soll das schon machen? Andere laufen Kindern gerne weg. Oder merken sich, dass Kinder gut fliegen und buckeln die runter. Würden die sich bei Erwachsenen nicht trauen, aber bei den Gartenzwergen kann man das schon machen. Kinder können die auch nicht führen, oder longieren. Höchstens Mal zwei Meter weit, dann gibt das Sautier Gas und weg ist es.

Danke! Toll, dass du dir so einen Unfug merkst, aber nicht, wie man über ein Cavaletti springt. Oder wie man auf die korrekten Hilfen fürs Schenkelweichen reagiert.

Foto: Ist in allem langsam, auch im Quatsch merken.

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