Männer im Stall werden von der Damenwelt gnadenlos reduziert – und zwar in bumsbar und nicht bumsbar – nirgends ist das, was Frauen sonst so an Männern verachten, stärker beim weiblichen Geschlecht vorhanden, als im Reitstall. Allerdings ist das Kriterium hier nicht so sehr das Aussehen, sondern vor allem die reiterliche Qualität. Den uncoolen Anfänger, der gerade seine ersten Longenstunden nimmt, den nimmt das gepflegte Reitergöööörl nicht mit in ihr Bett.

Hat der Mann gar ein eigenes Pferd oder einen Trainerschein ist der Schlüpper bei manchen Weibchen allerdings schon in den Kniekehlen, bevor der Kauz nur „Hallo“ sagen konnte. Mit näselnder Fistelstimme, denn warum auch immer: männliche Reiter klingen manchmal wie Kermit auf Helium.

Die besten Schlüferstürmer sind aber immer noch die Reitlehrer, sofern sie die Grundbedürfnisse des Reitweibches erfüllen: Schlank, einigermaßen dekorativ, kann reiten. Wenn diese drei Dinge gegeben sind, hat der Mann weder ein leeres Bett, noch ein leeres Reitstundenbüchlein, der kann sich dann vor Terminen nicht mehr retten. Während die Reiterinnen ihn vom Pferd aus mit Kuhaugen anschmachten und bei jedem Rüffel seufzen – ach, wären das doch nur Kommandos im heimischen Schlafzimmer.

Und immer wieder gibt es die Gerüchte – waren die nicht zwei Minuten in der Box allein? Ja, da haben die garantiert drei Nummern geschoben! Oder er war mit einer ausreiten. Der wird bestimmt Zeit gehabt haben, während er zwei Jungpferde am Rockzipfel hatte, noch mal stell über die zweibeinige Stute drüberzurutschen. Ohne Gerüchte wird kein Mann im Stall auskommen. Wenn die Mädels nichts bekommen, dichten sie ihm gerne etwas an.

Manche Männer nutzen das aus, solche Pappenheimer kennen wir alle. Aber immer wieder fällt eine drauf rein, die wird ihn schon ändern. Ist wie mit wilden Hengsten, wenn man die nur doll streichelt, dann bekommt man auch Blitz, den schwarzen Hengst dabei heraus. Apropros Blitz … kommen wir lieber wieder zu Mr. Reitlehrer, dessen Gerte die Blödblunsen so gerne spüren möchten.
Haben sie also den wilden Hengst einigermaßen gestreichelt (allerdings meist nur den Schritt) bilden sie sich ordentlich was ein. Und es gibt Beef im Stall. Weil andere auch mal den Hengst in der Hose streicheln wollen. Oder gestreichelt haben.

Gehört man zu der schadenfrohen Fraktion, dann kauft man sich Popcorn und verbringt künftig mehr Zeit im Stall, denn da wird es interessant. Rache, Stutenbissigkeit – all inclusive. GZSZ ist ein Witz dagegen. Plötzlich werden Sachen aus Wohnungen geworfen, Dinge kaputt gemacht, Fotos verteilt und am besten noch ein Flyer gedruckt, der den Reitlehrer entlarvt.

Ist der Reitlehrer Angestellter, wird er irgendwann den Stall wechseln. Einstellen wird ihn gerne jemand, denn er garantiert Einnahmen bei der zahlungs … und vor allem WILLIGEN Kundschaft. Da geht das Spielchen dann gleich von vorne los. Ist der Stall in der Nähe kann man eine Wettbude aufmachen und illegal Wetten darauf annehmen, wann es das nächste Mal knallt. Oder wen er als nächstes knallt. Es passiert – ist nur eine Frage der Zeit.

Foto: Gott, was bin ich froh, dass ich eine ReitlehrerIN hatte …