Wie Pferde ihre Probleme lösen

Wie Pferde ihre Probleme lösen

Allgemein

Heute keine Lust? Der Reiter nervt? Pferde haben kreative Arten sich der Arbeit zu entziehen, wenn sie etwas nicht wollen. Das ist von Pferd zu Pferd tatsächlich sehr unterschiedlich und sie lassen sich ziemlich einfach in Kategorien einteilen. Denn unendlich sind ihre Probleme nicht und sie kennen für jedes genau die Lösung.
Heute als Selbstversuch: Eine unerwünschte Lektion, die dem Pferd zu anstrengend ist.

1. Der Taubstumme
Der Taubstumme tut einfach so, als hätte der Reiter da obendrauf gar nichts gemacht. „Hab ich nicht gehört, ist nie passiert. Diese Hilfe da, die kam nie, ich mach einfach weiter wie bisher.“ Er ist dann ganz überrascht und zeigt Empörung, falls die Hilfe mal deutlicher wird. Fies am Taubstummen ist jedoch, dass der Reiter die ganze Zeit bei sich selbst auf Fehlersuche geht, weil er glaubt, er würde seine Hilfen falsch geben. Dabei kichert der Taubstumme dann ganz fies.

2. Das Arschlochpferd
Das Arschlochpferd bemerkt die einleitende Hilfe zur verhassten Übung und sagt: Nö. Das sagt es übrigens mit schreien, treten, Haare raufen und beißen. Durchaus auch mit auf den Boden werfen. Oder in der Pferdevariante: buckeln, steigen, losrennen. „WAG es dich das noch mal von mir zu verlangen, du dreckiger Reiter. Nein? Aha. Wollt schon sagen.“

3. Der Charmeur
Der Charmeur schmeichelt sich einfach an den Lektionen vorbei, indem er ganz charmant etwas anderes anbietet, was er gut kann. Du möchtest aus dem Schritt angaloppieren? „Ne … aber guck mal, Schulterherein kann ich ganz toll. Wirklich. Soll ich noch mal?“ Er bietet auch andere Lektionen an. Hauptsache er muss nicht das machen, was der Reiter will. Überhaupt, guck doch mal, können wir nicht lieber schmusen? Ganz lümmelige Charmeure bleiben stehen, drehen sich um und tauschen einen laaaangen, verliebten Blick mit Frauchen. Vielleicht vergisst sie es dann.

4. Der Vermeider
Der Vermeider macht schon so in etwa das, was man wollte. Nur eben nicht richtig. Er macht es so, dass es nicht anstrengend ist. „Hier im Galopp biegen? Haha … ach komm, Außenstellung ist doch auch schön.“ Und wer will ihn dafür schon maßregeln? Er macht ja das was gefordert ist. Nur halt nicht richtig.

5. Der Panzer
„Du möchtest hier Schulterherein reiten? Ja, dann mach das mal.“ Der Panzer ist aber vor allem eine Monorail und kann nur eine Spur. Aber den Kopf wird er vielleicht mal reinnehmen. So als Alibi. Aber nur, wenn er gut gelaunt ist. Wenn nicht, panzert er stumpf über den ersten Hufschlag und lässt seinen Reiter verhungern. Er zieht das durchaus eine ganze Stunde durch, wenn es sein muss. Besonders unbeliebt sind Panzer beim Springen, wenn sie es schaffen, eine Stunde am Stück das Bodenpersonal an den Stangen zu beschäftigen.

6. Die Stute
Die Stute diskutiert alles aus, sie ist eben Pädagogin. Hätte auch gerne noch einen Stuhlkreis zum Thema Schritt-Trab-Übergänge, in dem erst mal diskutiert wird, ob sie das wirklich machen muss. Überfällt man sie, wird die Stute böse. „Was hast du da gerade getan? Haben wir darüber überhaupt schon mal gesprochen?“
Oh, übrigens – die Stute muss nicht zwingend weiblich sein. Pferde stecken oft im falschen Körper.

Foto: Ist ein Vermeider und ein Charmeur.




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