Wie man seine Mitreiter in den Wahnsinn treibt

Wie man seine Mitreiter in den Wahnsinn treibt

Allgemein

Manchmal steht man in Ställen, wo die Leute merkwürdig sind. Ja, regelrecht hölzern. Oder total anstrengend. Hier habe ich mal ein paar Tipps, um euch in dieser Hackordnung zu behaupten. Und sagt nicht: Das kann ich doch nicht machen! Die haben doch mit komisch sein angefangen.

1. Immer sagen: „Vorsicht, Jungpferd.“
Auch wenn das Pferd dreihundert Jahre alt ist und deine Oma sein könnte. Ruhig auch mal sagen, wenn man ohne Pferd dabei ist. Man sieht Reiter dann plötzlich ganz umsichtig reiten. Oder aber besonders scheiße.

2. „Hufschlag frei!“ rufen, wann immer man an der Reithalle vorbeigeht
Irgendein Depp macht das schon. Unwichtig, ob du rein wolltest, unwichtig, ob du gerade auf dem Weg zum Klo bist. Hauptsache die gucken sich um und machen es vorsichtshalber mal.

3. Alles mit Plüsch streicheln und fragen: „Ist das auch echtes Lammfell?“
Gerne auch, wenn es schon am fremden Pferd dran ist. Intensives streicheln erhöht die komischen Blicke und ein geflüstertes: „Es ist so flauschig!“ ins Ohr des Besitzers bricht das Eis. Nur Mut.

4. „Tür frei!“ – Rufe mit „Nein!“ beantworten
Bei sehr wohlerzogenen Reitern stehen die bis Sankt Nimmerleinstag am Tor und warten darauf, dass ihr jetzt endlich „Ist frei!“ antwortet.

5. Schlurfen
Jeder hasst schlurfende Leute. Besonders gut geeignet sind Ställe, die Kieswege haben, oder nicht regelmäßig fegen, dann knirscht es nämlich gleich viel schöner und alle Leute sind genervt.

6. Weihnachtsdeko im Stall verteilen
Nichts erschreckt Pferde zuverlässiger als Weihnachtsdeko. Am besten eine eigene Tannenzucht im Garten anfangen. Es muss übrigens auch nicht wirklich Weihnachten sein, dann kommt das lustiger.

7. Ausbinder an den Sattel hängen
Aber niemals benutzen. Das verunsichert und verwirrt Mitreiter zutiefst. Diese mittelalterlichen Ausbinder. Irgendwann schwört garantiert jemand Stein und Bein, dass ihr die viel zu eng benutzt habt. Rollkur und so. Besonders verwirrend wirkt es übrigens als Westernreiter.

8. Minitrense für den Autospiegel kaufen
Aber nicht ins Auto hängen, sondern damit an den Putzplatz stellen. Inklusive Pferd. Ratlos erst Trense, dann Pferd angucken, nach einer Viertelstunde um Hilfe beim trensen fragen. Geht auch mit Mini Schlüsselanhängerhelmen und winzigen Sätteln.

9. Lions in die Pferdeleckerlietüte füllen
Die sehen nämlich aus, als wären sie für Pferde. Anschließend auf den obligatorischen Stuhl in der Hallenecke setzen und die futtern. Aber nur, wenn noch Mitreiter da sind, alleine essen macht nämlich fett.

10. Alle Leute fragen: „Ist das ein Friese?“
Nur bitte keine Friesenbesitzer. Da dann fragen: „Ist das ein Shetlandpony mit Gendeffekt?“ Falls die Mitreiter trotzdem bejahen sagen: „Ach, Schade. Die mag ich nicht.“

11. Pferdeäppeln in unbeobachteten Momenten zum Nachbarn kehren
War der, ich schwöre!

12. Sprünge aufbauen
Wer Sprünge aufbaut, dem gehört der Hufschlag. Kann man ja ruhig mal machen. Sprung aber bitte nicht benutzen. Wenn jemand fragt, wann man denn springt, antworten: „Ich habe Angst vorm Springen, so was mache ich nicht.“ Sprung anschließend wieder abbauen, damit ja keiner meckert. Die sollen ja nur wahnsinnig werden.

13. Kette um den Pferdehals machen
Falls jemand fragt, warum das Pferd da eine modische Kette hat, antworten mit: „Huch, ist es schon wieder runtergerutscht!“ und den eigenen Hals befühlen.

14. Sonnenstuhl auf den Reitplatz stellen
Ist schönes Wetter? Super. Sonnenstuhl zum Klappen mitnehmen und ab auf den Reitplatz. Gerne auf dem Hufschlag drapiert. Falls zu sonnig: Sonnenschirm dazuholen. Kombiniert sich übrigens perfekt mit Punkt 6.

Foto: Hüpfi.

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